Im Bergland

Im Bergland gibt es seit einigen Jahren kaum Touristen. Diese Touristen gaben den Beduinen Arbeit und Auskommen. Heute haben sie kaum noch Möglichkeiten, ehrlich Geld zu verdienen. Manche finden Arbeit in Sandgruben, die Glas-Sand schürfen, andere arbeiten in Erz-Gruben. Die dritte Gruppe versucht, Türkis dem Berg zu entringen, was eher ein Glücksspiel ist. Dieser wird dazu noch viel zu billig an Händler verkauft. 

Unser Provide-Miatrbeiter hat mit den Beduinen zusammen angefangen, Rohtürkis zu verarbeiten. Beduinen nahmen die Diamantfeilen in die Hand und verarbeiteten zuerst zögerlich, dann mit mehr Begeisterung die anfangs noch rostroten Steinchen in wundervolle türkisblauen Schmuckstücke.

Da es jedoch immer noch keine Touristen gibt, denen sie diese fertigen Steinchen verkaufen könnten, brauchen die Beduinen immer wieder einen neuen Motivationsschub. Da es den Beduinen in den tiefen Tälern, weit weg von jedem Geschäft wirtschaftlich nicht gut geht, bringen unsere Mitarbeiter immer viel gesundes Obst und Gemüse, Reis, Nudeln und Linsen als dringend benötigte Gastgeschenke mit. Gemeinsam suchen wir Wege, diese Schmuckstücke wert-entsprechend zu verkaufen.

Durch viel Fleiß wird die Wüste grüner

Nachhaltige Veränderung erfordert Zeit

Die Oase wird von 50.000 Beduinen bewohnt, die sich auf zehn größere Städte, Dörfer und Weiler verteilen. Bis vor drei Jahren war ihre Haupteinnahmequelle der Tourismus, doch diese Einnahmen schrumpfen. Die Bewohner müssen sich auf ihren Ursprung zurückbesinnen und als Landwirte arbeiten.

Durch viel Fleiß wird die Wüste um die Beduinendörfer herum immer grüner. Einnahmen aus ihren Palmenhainen, Kleefeldern, Geflügel- und Viehzucht haben den Tourismus weitgehend abgelöst. Manche haben schon vor Jahren dem Tourismus den Rücken gekehrt, große Ländereien aufgekauft und tiefe Brunnen gebohrt. Damals war das Land noch Wüste, heute ist es ein grüner Garten. Es gibt inzwischen etliche Angestellte, und in den Ställen stehen Kühe, Schafe, Ziegen und Geflügel, die sich gut vermehren.

Die meisten Kühe in der Oase werden mit Klee gefüttert und sind sehr mager. Schon seit Jahren raten wir den Landwirten deshalb, ihre Kühe mit Gras zu füttern, und zwar nicht zu knapp, wenn’s geht noch mit Heu dazu, damit sie wohlgenährt sind und viel Milch geben. Heute sind die Kühe groß und sehen gut aus. Sie werden mit Gras und Heu gefüttert, und das zeigt Wirkung. Mit leuchtenden Augen erzählen die Besitzer, dass ihre Kühe so fett und groß sind wie in Deutschland. Diese Veränderung mitzuerleben macht Freude.

Dankbar nehmen die Beduinen technischen Ratschläge an und ernten die Früchte. Ihre Fahrzeuge funktionieren verlässlicher, und sie können sie ohne Bedenken an große Ölfirmen vermieten und Geld damit verdienen. Veränderungen brauchen in dieser Welt, die sehr auf Traditionen bedacht sind, eben sehr viel Zeit.

Es besteht Hoffnung. Nach langen Beratungen mit viel Liebe zu den Menschen, Kultur- und Sprachgefühl bahnen sich Verbesserungen an. Wenn dann "das Neue" beim einen Landwirt Erfolg hat, finden sich bald auch Nachahmer, die den gleichen Erfolg haben wollen.

Mit großen Konferenzen, teuren Rednern und Verhandlungen mit Politikern verändert sich für die Betroffenen eher wenig. Es braucht Menschen, die bereit sind, mit den Beduinen das Leben zu teilen, und die gelernt haben, mit technischen Unzulänglichkeiten zu leben. 

 

In der Wüste Wasser gewinnen

In Zukunft werden Zisternen geplant, gebaut und finanziert, die die Beduinen unabhängiger von teurem "importiertem" Wasser aus den weit entfernten Städten machen soll. Dieses extra Wasser soll die Beduinen ermutigen, auf kleinen ca. türgroßen Flächen gesunde, Eisen- Mineral- und Vitaminhaltige Pflanzen wie Petersilie, Dill, Tomaten, Gurken, Rukola u. ä. Anzubauen. Zum Teil haben die Beduinen schon unter eigener Regie teure Brunnen für ca. 10t Euro gebohrt. Hier ist es sinnvoll, ihnen bei der Förderung und Speicherung des Wassers zu helfen. Leider ist das geförderte Wasser nicht immer zum trinken geeignet.  Pflanzen können damit gegossen werden.

Die Beduinen sollen ermutigt werden, ihr Dach zum Wasser auffangen zu nutzen, um dieses dann durch Fallrohre in hausnahen Zisternen zu sammeln. Es lassen sich Zisternengrößen bis ca. 3000 Liter realisieren. Das ist eine günstige Variante, da diese bereits vorhandene versiegelte Dachflächen zum Wassersammeln nutzten wird, und ein einheimischer Firmeneigner möchte den beduineneinen 1000ltr Container für einen guten Preis überlassen.

Die nächste Stufe ist, Wasser, das aus den Bergen kommt, durch Syphonfilter von Steinen, Sand und Schwebestoffen zu reinigen um dann in größeren Zisternen zu sammeln. Hier können Zisternen bis ca. 100m² realisiert werden.