Fast ein Jahr nach Erdbebenkatastrophe

März 2016

Hilfe geht weiter

Die Grenzen zu Indien sind seit 4 Wochen wieder auf. 5 Monate gab es auf Grund der Grenzschließung kein Benzin, Diesel und Gas. Die Bevölkerung litt unter deren Folgen weit mehr als durch die des Erdbebens, die heute noch nicht behoben sind.

Während der Grenzschließung stand man ca. 1 Woche für Benzin an, heute beträgt die Wartezeit noch einen Tag, da immer noch keinerlei Vorräte angereichert werden konnten. Jedoch entspannt sich die Lage ganz langsam wieder.

Unsere Mitarbeiter sind nach wie vor in Zusammenarbeit mit unserer Partenorganisation stark in der Erdbebenhilfe involviert. So war es ihnen aktuell möglich, 1457 Haushalte, welche durch das Erdbeben ihr Haus verloren haben, wieder zu helfen. Es wurden Pakete mit Decken, Jacken, Schals, Mützen und anderes verteilt.

Des weiteren wird eine präventive Katastrophenhilfe aufgebaut.

02. November 2015

Drohende Versorgungskrise nach Erdbebenkatastrophe

Nach fast achtjährigen Verhandlungen hat Nepal endlich eine Verfassung verabschiedet. Dies war ein guter Schritt in eine bessere Zukunft. Leider kommt es trotzdem weiterhin zu teilweise gewaltsamen Ausschreitungen und Streiks. Vor allem im Süden des Landes fühlen sich verschiedene Minderheiten nicht ausreichend repräsentiert. In einem Land mit 30 Millionen Einwohnern aus über 150 verschiedenen Volksgruppen ist es sehr schwierig es allen recht zu machen.
Zusätzlich hat Indien seit nunmehr 4 Wochen die Grenzen zu Nepal geschlossen. Dies führt zu einem Engpass an dringend benötigtem Diesel, Benzin, Gas zum Kochen und Lebensmitteln. Mittlerweile sind die Straßen fast leer, Schulen müssen schließen da keine Schulbusse mehr fahren und das Trinkwasser wird in den Städten knapp, da die Tanker kein Diesel mehr haben. Die Preise steigen, das öffentliche Leben kommt fast vollständig zum Erliegen und auch der Wiederaufbau stagniert. Es bahnt sich eine Versorgungskrise an. Das trifft das Land nur 6 Monate nach dem verehrenden Erdbeben umso härter.

Nepal danach – heute und morgen – Informationen aus erster Hand

23. Juli 2015

30. Juli, 19.30 Uhr in Angelbachtal:  Provide e.V. berichtet

April 2015. Die ganze Welt blickte auf Nepal, und die Bilder der zusammengefallenen Häuser erschreckten uns zutiefst. Doch heute, 13 Wochen später, spricht kaum noch jemand in Deutschland über die Auswirkungen des schrecklichen Erdbebens. Die Nepalis jedoch stehen mittendrin. So auch  ein Mitarbeiter der Entwickungsinitiative Provide e.V. in Angelbachtal. Er lebt bereits seit einigen Jahren in Nepal und unterstützt die medizinische Arbeit einer Nichregierungsorganisation als Techniker. Die Mitarbeiter dort beherrschen die Sprache Nepali und haben die notwendigen Kontakte, so dass der "Provider" mit einem großen Team sofort mit der Spontanhilfe durchstarten konnte. 

Im Moment befindet sich der Provide-Mitarbeiter in Deutschland. Er berichtet am 30. Juli bei einer Informationsveranstaltung in Angelbachtal über die Erdbebenhilfe. Der Abend findet im Pfarrzentrum der katholischen Kirche Angelbachtal statt und beginnt um 19.30 Uhr. Der Entwicklungsmitarbeiter wird Erlebnisse der vergangenen Monaten erzählen – und was die großzügige Hilfe aus dem Kraichgau bewirkt hat. Zum Ausklang des Abends wartet eine kleine nepalische Nascherei auf die Besucher. Eine einmalige Gelegenheit mit einem Augenzeugen des Erdbebens und der Nothilfe danach ins Gespräch zu kommen. Dabei wird es auch um die Frage gehen, wie der Angelbachtaler Verein Provide in Nepal langfristig hilft, denn darauf kommt es jetzt an: durchzuhalten und mit den Menschen ihre Dörfer wiederaufzurichten. Seinen Schwerpunkt legt Provide dabei auf Schulen, Schulmaterial und die medizinische Versorgung. Die Besucher des Informationsabends erhalten Einblicke in eine uns fremde Welt, tief im Himalaya, und erleben mit, wie Mitarbeiter aus unserer Region Brücken bauen zu den Menschen und vielen helfen.

Unterricht von eine Million Schülern ausgefallen

Im Juni 2015

120 Klassenzimmer für 30 Schulen werden gebaut 

Die Erdbebenhilfe in Nepal geht weiter. Sieben Wochen sind seit dem großen Erdbeben vergangen. In dieser Zeit ist der Unterricht von 1 Million Schülern ausgefallen. Vor ca. drei Wochen konnte dieser nur bedingt wieder beginnen. Einer unser Provide-Mitarbeiter meint dazu: „Um das Geschehene zu verarbeiten, ist es gut und wichtig, dass wieder etwas Normalität in das Leben der Schüler einkehrt. Jedoch kann in Schulen, die eingestürzt oder einsturzgefährdet sind, nicht unterrichtet werden.“

Provide-Mitarbeiter zusammen mit ihrer Partnerorganisation haben nun die erste akute Nothilfe-Phase abgeschlossen. 3.700 Familien in den Bezirken Gurkha ,Dhading, Kaski, Baglung, Parbat und Myagdi konnten auch dank vieler Spenden aus Deutschland mit 65 Tonnen Nahrungsmittel, 1.350 Zelten, 5.700 Decken und tausend weiteren überlebensnotwenigen Dingen geholfen werden.

Für die länger- und langfristige Nothilfe wurden die unterschiedlichen betroffenen Gebiete an lokale Hilfsorganisationen verteilt. Die NGO zusammen mit den unseren Provide-Mitarbeitern haben sich dazu verpflichtet in 4 Regierungsbezirken im Gebiet Gurkha u.a. die Schulen wieder zu errichten. Ein Mitarbeiter informiert dazu: „Schüler, Lehrer und Dorfeinwohner werden im Aufbau und in der Organisation geschult und sollen dann helfen, einen Großteil mit aufzubauen. Zusätzlich versorgen wir ca. 4000 Schüler mit Schulmaterial.“  Gurkha liegt direkt am Epizentrum des großen Erdbebens. Es hat 270.000 Einwohner. Von den 498 Schulen in Gurkha wurden 80% zerstört. Das große Projekt 120 Klassenzimmer für 30 Schulen zu bauen ist schon mitten in der Vorbereitung. 

Provide e.V. in Angelbachtal unterstützt diese Hilfsmaßnahmen finanziell und mit seinen Mitarbeitern direkt im Erdbebengebiet. Die Angelbachtaler Entwicklungsinitiative möchte den Kauf notwendigen Materialien für die Notleidenden sowie weitere Hilfe für den Aufbau von Schulen ermöglichen.

17.Juni 2015

Ein paar Fragen an die Provide-Mitarbeiter in Nepal:

Nun liegen die Erdbeben schon 7 Wochen hinter euch. In Deutschland spricht niemand mehr darüber. In der Soforthilfe habt ihr alle Läden in Pokhara leer gekauft und Hilfspakete gepackt.

1. Welcher Bedarf ist da und wie viele Notleidenden konnten Sie mit solchen Hilfspaketen bis heute weiter helfen?

In den ersten Wochen war der Bedarf an Lebensmitteln und Hilfsgütern groß. Unsere NGO konnte in den 6 Regionalbezirken Gorkha, Dhading, Kaski, Baglung, Parbat und Myagdi über 3700 Haushalte (über 22.000 Personen) mit dem Nötigsten versorgen. Sehr wichtig waren große Plastikplanen, um kurzfristig Schutzräume vor Regen für Familien, die Nahrungsmittel und Tiere zu bauen. Angelehnt an den WHO Standard und die lokaleln Bedinungen war die Nachfrage nach unseren selbstzusammen gestellten und verpackten Hilfspaketen groß.

2. Wo kaufen Sie ein? 

Bei lokalen Firmen, Geschäften in Pokhara, aber auch anderen Städten, in denen wir Arbeitszweige unserer NGO haben. Durch unsere über 60 jährige Arbeit vor Ort, die bestehenden lokalen Kontakte, Netzwerke können wir vor Ort auf kurzen Wegen kommunizieren und organisieren. Dabei hilft es sehr, dass wir alle in der Landessprache kommunizieren können. Aktuell ist es schwierig, innerhalb von Nepal in Kürze Wellblechdächer zu erhalten. Firmen, die ursprünglich zugesagt hatten, innerhalb von einer Woche zu liefern, geben beim Vertragsabschluss an,  über 45 Tage zu brauchen.  Wir hoffen, dass sich das in dieser Woche schnell ändert und weitere Zulieferer und Kontakte helfen, den Engpass zu überbrücken.

3. Wo bekommen Sie die notwendigen Helfer her?

 Viele Helfer kommen von den Centren unserer NGO, viele haben zusätzlich freiwillig Überstunden gemacht. Freunde, Bekannte, Jugendliche, aber auch Studenten in ihren Semesterferien haben mitgeholfen. Besonders auch durch unserer Partnerorganisationen und langjährige lokale Präsenz ist das Netzwerk an möglichen Helfern und Hände gut abrufbar.

4. Wer und wie strukturieren Sie die Hilfspaketverteilung?

 In unserem Hauptbüro haben wir die Arbeit durch unser Disaster Relief Management Team koordiniert. In den Fahrzeugen sind Mitarbeiter mit dabei gewesen, die die Verteilung vor Ort vornehmen konnten.

5. Kurz- und mittelfristig steht die Wiederaufbauhilfe an. Der Monsum steht in den Startlöchern... Welche Ziele haben Sie sich gesetzt und in welcher Art und Weise leisten Sie durch Ihr Team Wiederaufbauhilfe?

 Unsere NGO und weitere Partnerorganisationen vor Ort wollen in 5 Bezirken von Gorkha (Aap Pipal, Harmi, Thalajung und Taklichowk und Srinathkot) und in kleineren Aktivitäten auch in Sindalpulchowk und Dhading helfen. Unsere NGO reagiert damit auf die Anfrage der lokalen Behörde. Wichtig war auch, dass in den betroffen Gebieten ebenfalls langfristig die Möglichkeit der Entwicklungszusammenarbeit und Rehabilitation besteht.

6. Wie sieht Ihre konkrete langfristige Planung aus?

 Verschiedene Untersuchungen in den Lokalbezirken haben signifikante Beschädigungen gezeigt, besonders in den öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen, dörflichen Gesundheitsstationen oder lokalen Behördenbüros. Unsere NGO wird die zentrale Organisation in den Gebieten Aap Pipal, Harmi, Thalajung und Taklichowk übernehmen. Den ersten Zahlen nach sind dort über 4.000 Haushalte und Familien als Betroffene. Die Anzahl an Bedürftigen kann nach genaueren Erhebungen auch noch steigen. Die Regierung gab bekannt, dass alle betroffenen Haushalten entweder Bargeld oder im gleichen Wert von NRs 15.000  (130 Euro) Wellbleche als Teil des T-Shelter Hilfsaktion erhalten. Ursprüngliche Erwartungen waren, dass ca. 80% der HH Wellbleche bedürfen. Wir wollen durch konkrete Hilfe und Material helfen. Für die Schulen wird die NGO sogenannte Transitionary Learning Centers (TLC) bauen. Das Prinzip ist ganz praktisch. Dieses Modell wurde schon tausendfach in Pakistan, Indien und in der Türkei erfolgreich eingesetzt. 

7. Sind Schüler / Lehrer / Dorfeinwohner bei der praktischen Arbeit beteiligt?

 Ja, sie werden zum Aufbau und zur Organisation geschult und sollen dann einen Großteil mit aufbauen. Zusätzlich werden wir alle Schüler (ca. 4000) in den neuen Centren mit Schulmaterial versorgen. Nach der Genehmigung werden über 120 solcher Centren für 30 Schulen gebaut.

8. Wie sieht der aktuelle Stand bzgl. medizinische Versorgung aus? 

In den meisten Fällen ist diese wohl ausreichend abgedeckt. Weitere ausländische Ärzte werden nach nepalesischen Angaben nicht mehr gebraucht.

9. In welcher Weise ist das Krankenhaus in Pokhara im Moment noch eingebunden?

 Zurzeit sind 15 Erdbebenopfer (mehr werden noch erwartet) in unserem Krankenhaus. 10 davon sind Menschen mit Rückenmarksverletzungen - eines unserer Spezialgebiete im Rahmen unseres Krankenhaus- und Rehabilitationsdienste. Den Patienten geht es den Umständen gut.

10.Wie reagieren die Menschen vor Ort auf Ihre tatkräftige Hilfe?

 Sie sind sehr dankbar und packen alle mit an.

11. Ein Wort an die Spender in Deutschland:

 Vielen Dank für all Ihr mittragen, unterstützen und für Ihre Gebete. Das Geld kommt bei den Nepalesen an und wir zusammen mit der NGO sind sehr dankbar, durch Sie so praktisch helfen zu können. Die nächste Phase der Bau der Schulen und Gebäude wird hoffentlich ein weiterer Baustein sein, um den Bedürftigen jetzt konkret und Aktuell helfen zu können. Langfristig wollen wir dran bleiben der Bevölkerung in der Entwicklungszusammenarbeit helfen. Nepal braucht mehr denn je ihre Unterstützung. Dhanyabaad – धान्यबाद

12. Mai 2015

Menschen liefen in großer Panik auf die Straße

Zweite große Erdbeben in Nepal - Provide-Mitarbeiter im Erdbebengebiet ist sprachlos

Dienstag, den 12. Mai 2015 um 12:50 Uhr Ortszeit gab es ein weiteres Erdbeben mit der Stärke 7,3 in Nepal, gefolgt von mehreren kleineren Nachbeben. In Pokhara liefen die Menschen in großer Panik auf die Straße. Hier entstand jedoch wenig Schaden. Das Epizentrum war östlich von Kathmandu Richtung Mount Everest.

Mitarbeiter der Angelbachtaler Entwicklungshilfeinitiative „Provide e.V.“ leben und arbeiten in Pokhara /Nepal. Sie und ihre Kollegen kamen unbeschadet davon. Ein Provide-Mitarbeiter berichtet wenige Stunden nach dem Beben: „Man steht vor dem Büro auf der Straße, schaut sich an und ist sprachlos. Eine Kollegin meinte noch eine Stunde vor dem zweiten großen Beben: ‚Jetzt habe ich das Gefühl, dass unser Leben fast wieder normal ist.‘ Keine 50 Minuten später das zweite Beben über 7 auf der Richter Skala. Wie es weiter geht, werden wir gefragt? Konkretes wissen wir noch nicht. In den nächsten Stunden werden Schäden und Bedarf klarer sein und wie und wo wir weiter gezielt durch Hilfslieferungen und Einsatz von Ärzteteams helfen können.“

Im Krankenhaus vor Ort wurden die Patienten nach draußen gebracht und bleiben vermutlich über Nacht dort. Langsam dringen Neuigkeiten aus Kathmandu durch. Die Auswirkungen des Erdbebens dort und im Epizentrum sind viel größer als in Pokhara. Ein Helfer von Provide: „Obwohl es in Pokhara relativ sicher ist, sind die Menschen sehr besorgt. Wie viel schwerer ist es für die Menschen in den betroffenen Gebieten, wo es so viele zerstörerische Nachbeben gibt?“

Die NGO (Nichtregierungsorganisation), die mit Provide e.V. zusammen arbeitet, versucht, Krankenhauspersonal und Patienten durch einen kleinen Kurs zu helfen, mit dem Schock umzugehen, die Traumatisierung zu bewältigen selbst und fähig zu werden, wiederum anderen zu helfen.

 

9. Mai 2015

Nepal - 14 Tage danach

Freiwillige Helfer

Ein Mitarbeiter der Entwicklungsinitiative Provide e.V. Angelbachtal, seit vielen Jahren als Ingenieur helfend in Nepal tätig, koordiniert zusammen mit seinem deutschen Kollegen Hilfseinsätze im Erdbebengebiet. Ihn hören wir hier im Interview:

Was hat Sie beim Erdbeben in Nepal am meisten betroffen gemacht? Zu sehen, wie ein zu den zwanzig ärmsten Ländern weltweit zählendes Land wie Nepal, durch eine solche Katastrophe – wortwörtlich- erschüttert wird. Und wie lange es in den nicht so schlimm betroffenen Gegenden gedauert hat, bis realisiert wurde, was da geschehen ist und welche Ausmaße das hat.

Welche besondere Situation hat Sie persönlich bewegt? Am zweiten Tag nach den Beben kamen wir mit unserem Ärzteteam in Gorkha an und versorgten die Menschen in den Dörfern. Ein lokaler Sozialarbeiter, der mit uns in den zerstörten Dörfern unterwegs war, führte uns zu einem der Häuser, indem eine ältere Frau verschüttet wurde. Dem weinenden Sohn haben wir eines der wenigen Zelte, die wir dabei hatten, gegeben. Erst hier wurde mir bewusst, wie wenig wir wirklich tun können und wie groß diese Tragödie für die Menschen hier ist.

Wie erleben Sie die gemeinsamen Hilfsaktionen mit Einheimischen und Ihnen als ausländischer Fachkraft? Die Zusammenarbeit ist sehr gut. Unsere Organisation, mit der wir hier lokal arbeiten, arbeitet schon seit mehr als 60 Jahren Hand in Hand als gleichgestellte Partner mit westlichen Mitarbeitern und Nepalesen. Wir sprechen alle Nepali und das hat diese Hilfsaktion sehr einfach gemacht. Der Slogan auf unseren T-Shirts lautet: „Lets unite for help (Wir sind zusammen gekommen, um zu helfen)“.

Was hat Sie bei den Hilfsaktionen am meisten beeindruckt? Normalerweise ist hier immer alles sehr kompliziert. Aber nachdem klar war, was hier passiert ist, packten alle mit an. Lokale Organisationen, Kirchen und Geschäftsleute haben sich für ihre Landsleute zusammengetan und verantwortlich gefühlt. Die Eigenhilfe in Nepal war schon voll im Gange, bevor überhaupt die ersten internationalen Krisenteams im Land ankamen.

In wie fern wird das Erdbeben Ihre Zukunft verändern? Ich weiß nicht, ob es meine persönliche Zukunft langfristig verändern wird, aber es wird auf jeden Fall einen großen Teil unserer Arbeit in den nächsten Jahren beeinflussen. Und ich denke es hat Nepal verändert. Bis jetzt gab es keine reale Angst vor Erdbeben, nun steht die Angst im Vordergrund.

Was erhoffen Sie sich in naher Zukunft? Dass wir den Menschen auch mittelfristig helfen können. Mein großer Wunsch ist, dass Nepal - auch wenn es aus den Medien verschwunden ist - weiterhin Hilfe bekommt.

Vielen Dank für das Interview.

Nepal im Überblick: Nepal zählt mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von ca. 500 € zu den 20 ärmsten Ländern der Erde. Das Erdbeben hat mehr als 8 Mio. Menschen betroffen; mehr als 3 Mio. Menschen sind auf Nahrungsmittelversorgung angewiesen In den betroffenen Gebieten sind über 90% aller Häuser zerstört oder unbewohnbar (ins. ca. 500.000 Häuser), der Großteil des Tierbestandes ist dem Beben zum Opfer gefallen. Es gibt kaum noch Infrastruktur: Schulen, Gesundheitsstationen, Straßen etc. sind zerstört oder durch die folgenden Erdrutsche unzugänglich. Seit einigen Tagen regnet es, der Monsun hat begonnen. Die Menschen brauchen dringend regenfeste Unterkünfte, aber momentan sind Zelte und Planen überall ausverkauft. Die NGO (Nichtregierungsorganisation) liefert mit Helikoptern und LKWs tonnenweise Nahrungsmittel, Zelte, Matratzen und Decken in die betroffenen Gebiete. Die Menschen, die alles verloren haben brauchen langfristig Hilfe.

Die Mitarbeiter von Provide e.V. werden sich in Zusammenarbeit mit der NGO vor Ort langfristig für die Erdbebenopfer einsetzen: Sowohl in der medizinischen Unterstützung, in der Nothilfe mit Hilfslieferungen als auch im Wiederaufbau des Gesundheitssystems.

30. April 2015

Unsere Hilfe kommt an

Hilfslieferungen werden gepackt

Hilfsgüter auf dem Weg ins Epizentrum

Zwei Ärzte der Hilfsorganisation, mit der die Helfer der Angelbachtaler Entwicklungsinitiative „Provide e.V.“ vor Ort zusammenarbeiten, wurden mit einem Armee-Hubschrauber in ein entlegenes Bergdorf geflogen. Durch die Regenfälle saßen sie dort fest, auch ein Fußmarsch heraus war nicht mehr möglich. Sie berichteten telefonisch: „Es gibt hier weniger Verletzte und Tote als angenommen, die medizinische Arbeit ist nicht mehr das Wichtigste. Dafür benötigen die Menschen dringendst Trinkwasser, Nahrungsmittel, Zeltplanen und Decken.“ Unser Provide-Mitarbeiter stellte daraufhin mit seinem Team Notfallpakete mit 7.500 kg Reis, 1.000 kg Linsen, 500 kg Salz, 500 Kartons Nudeln, 500 Liter Speiseöl, 1.500 Stück Seife, 1500 Spiele, 1.000 Pakete Kerzen, 500 Matratzen, 200 Zelte und Seile, 1.300 Decken zusammen, die zum Teil per Hubschrauber in der Gegend von Gorkha abgeworfen wurden und per LKW unterwegs sind. Er schreibt: Wir sind mit einem 6-köpfigen Team auf dem Weg nach Dhading (östlich von Gorkha).“

Zeitgleich bereitete ein weiterer Provide-Mitarbeiter mit seinem Team einen zweiten medizinischen Einsatz vor, erstmalig im Dhading -Distrikt, vor.

Provide in Angelbachtal unterstützt diese Hilfsmaßnahmen finanziell und mit seinen Mitarbeitern direkt im Erdbebengebiet. Die Angelbachtaler Entwicklungsinitiative möchte den Kauf von Zelten, Decken, Medizin und Nahrungsmitteln sowie weitere Hilfe für die Notleidenden ermöglichen. 

Deutsche Provide-Mitarbeiter in Nepal mit Ärzteteam im Epizentrum

27. April 2015
Hilfsfahrten starten durch

Zwei deutsche Provide-Mitarbeiter helfen bereits heute in Nepal Betroffenen des Erdbebens – offiziell, im Auftrag der nepalesischen Regierung.

„Wir sind alle wohlauf“, so ein Provide-Mitarbeiter aus Pokhara kurz nach dem Beben über Skype. Das Epizentrum lag in den Bergen zwischen Pokhara und Kathmandu. In Pokhara selbst gab es keine größeren Schäden. Dagegen sind die Zerstörungen in Kathmandu enorm, erklärte er. Der Diplom-Ingenieur gehört zum Angelbachtaler  „Provide e.V.“ und ist einer von 26 Mitarbeitern im Ausland. Sie engagieren sich seit Jahren für regenerative Energien und Hilfsprojekte in Nepal. Ein weiteres deutsches Ehepaar, ebenfalls Mitarbeiter von Provide, arbeitet schon längere Zeit in Nepal und engagiert sich seit dem Beben  im Koordinationsteam und in der technischen Hilfe in Pokhara. Sie wurden von der nepalesischen Regierung offiziell beauftragt, ein Ärzte- und Helferteam mit zwei Fahrzeugen und zwölf Personen ins Erdbebengebiet Gorkha zu schicken. Dabei ein Großraumzelt mit Platz für 200 Obdachlose, die dort gut versorgt werden können.

Bisher gibt es aus der Gegend rund ums Epizentrum noch keine gesicherten Meldungen. Dörfer seien von der Außenwelt abgeschnitten, berichten die Helfer, sodass die Helfer das Ausmaß der Katastrophe noch nicht abschätzen können. Die Opferzahlen steigen weiter, auf inzwischen über 3.000. Bergungsarbeiten laufen an. Jedoch gibt es von den abgelegenen Dörfern im Gebirge außerhalb Kathmandus noch kaum einen Überblick über Schäden und Opfer. Viele Krankenhäuser und Schulen seien wegen ihrer Bauweise vermutlich eingestürzt oder beschädigt, berichten die Provide-Mitarbeiter. Wir hören von komplett zerstörten Dörfern. Generell ist Rettung und medizinische Versorgung schwierig. Es gab Erdrutsche, was das Vorankommen der Hilfsorganisationen mühsam macht. Die Distrikt-Regierung spricht von circa 70 Prozent zerstörte Häuser. Krankenhäuser in Pokhara, die mit Provide zusammenarbeiten, bereiten sich darauf vor, Verletzte aus dem Notstandsgebiet aufzunehmen und zu versorgen. 

Provide als gemeinnütziger Verein hat umgehend ein Spendenprojekt eingerichtet. Die deutschen Helfer von Provide e.V. bitten um Spenden mit Vermerk: 

„P 200 Erdbebenhilfe Nepal“ 

Spendenkonto von Provide e.V.:
Volksbank Kraichgau eG | IBAN: DE40 6729 2200 0015 0000 07 | BIC: GENODE61WIE