Das medizinische System in Nepal steht immer noch auf der Kippe

In Deutschland entspannt sich die Coronalage– in Nepal ist die Situation immer noch vor sehr ernst.

Der Zustand in den Krankenhäusern in Nepal ist nach wie vor sehr angespannt. Die Anzahl der Intensivbetten wurden zwar in den letzten Monaten verdoppelt, diese sind aber immer noch von Corona-Patienten voll belegt. Die Zahl der positiv getesteten Menschen ist zur Zeit rückläufig, was aber vorrangig daran liegt, das in den entlegenen Gebieten kaum getestet werden kann. Die Tests für Ärmere sind sehr teuer und viele wollen aufgrund des Stigmas gar nicht wissen, dass sie Corona haben. Die Lebensmittelgeschäfte waren in der letzten Woche für 7 Tage komplett geschlossen! Die Folge war Panik und Hamsterkäufe unter der Bevölkerung, bei denen nicht mehr auf körperliche Distanz geachtet wurde. „Die Menschen sind sehr verängstigt, müde und frustriert“ berichtet unser Provide Mitarbeiter, der sich schon seit über 12 Jahren in Nepal für die benachteiligte Bevölkerung einsetzt.

Unsere Hilfe kommt an

Unsere nepalesische Partnerorganisation HDCS betreibt mehrere Krankenhäuser in weit entlegenen Gebieten Nepals. Ihr Hauptanliegen ist, alles dafür zu tun, die Menschen in der Coronakrise ganzheitlich zu unterstützen. Dank der großzügigen Spenden vieler Provide-Unterstützer und anderer internationaler Partner konnte HDCS 36 Sauerstoffgeräte mit Zubehör beschaffen und an die Krankenhäuser ausliefern, um möglichst viele Patienten medizinisch gut zu versorgen. Zusätzlich beschaffte und verteilte HDCS Masken und Schutzkleidung und viele andere medizinische Geräte für die Covid-19-Versorgung in ihren Krankenhäusern in den entlegenen und schwer zugänglichen Distriken Lamjung, Rukum und Chitwan.

Weitere Unterstützung notwendig

Leider ist auch mit der schon geleisteten Hilfe die Situation noch lange nicht unter Kontrolle, immer noch kommt es vor, dass nicht genügend Sauerstoff oder medizinisches Personal und Material zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort vorhanden ist. Permanent sind mehr als 30 Covid Patienten in den HDCS Krankenhaus-Isolationsstationen und mehr als die Hälft braucht zusätzliche Sauerstoffzufuhr.

In vielen Gebieten Nepals gibt es strickte Ausgangsperren, somit können die Tagelöhner, die in vielen Teilen Nepals 50% der Bevölkerung ausmachen, seit 6 Wochen nicht mehr arbeiten und ihre Familie ernähren. Die HDCS-Mitarbeiter bereiten sich darauf vor, Lebensmittelpakete an die arme Bevölkerung zu verteilen. Durch die eh schon hohe Arbeitslosigkeit und den Lock down, sind viele Familien der Covid-19-Patienten nicht in der Lage, die Krankenhausrechnungen zu bezahlen. In den HDCS-Krankenhäusern wird jedoch niemand abgewiesen, jeder bekommt die notwendige Behandlung! Das Corona-Nothilfe-Projekt wird in den kommenden Wochen zusätzliche Unterstützung in diesem Bereich benötigen.

Verzweiflung und Hunger wachsen

Corona Nothilfe in Nepal jetzt möglich

Angelbachtaler Hilfsverein Provide ist in Nepal direkt vor Ort

Die Not in Nepal ist unvorstellbar groß. Schwerwiegende Folgen durch die Coronapandemie sind Arbeitslosigkeit, Hungersnot und Verzweiflung. Am Härtesten trifft Corona Menschen in unterentwickelten Ländern. Hier gibt es kaum eine ausreichende medizinische Grundversorgung. Hohe Arbeitslosigkeit, Existenznot, Hoffnungslosigkeit und psychische Erkrankungen sind die aktuellen Folgen der Pandemie. Es drohen schwere Hungersnöte und vieles mehr.

Provide ist in Nepal direkt am Ort des Geschehens. Ein Provide-Mitarbeiter ist seit über 12 Jahren mit seiner Familie nach Nepal entsandt, um benachteiligten, ausgegrenzten und unterprivilegierten Menschen zu helfen. Aktuell ist das Nachbarland Indien weltweit für 40 Prozent der Corona-Neuinfektionen verantwortlich. Viele nepalesische Gastarbeiter kehren ohne Geld aber mit dem Corona Virus in diesen Tagen zu ihren Familien in Nepal zurück. Dadurch werden die Neuinfektionen rasant ansteigen. Letzte Woche hatte Katmandu über 4500 positive Tests an einem Tag. Jeder dritte Test war positiv. Und das, obwohl sich die meisten Menschen nicht testen lassen, denn ein Test kostet so viel, wie ein Tagelöhner in einer Woche verdient. In den letzten zwei Wochen hat sich die Anzahl der im Krankenhaus behandelten Coronafälle versiebenfacht und es werden fünf Mal so viel Menschen beatmet. Eines der größten Covid behandelnden Krankhäuser in Katmandu ist bereits über die Kapazitätsgrenze hinaus ausgelastet. Viele Krankenhäuser sind überbelegt und nehmen keine Covid-19 Erkrankten mehr auf. Erschreckend ist, dass fast alle Patienten, die für eine „Nicht-Covid-19 Behandlung“ ins Krankenhaus kommen, positiv auf das Virus getestet werden. Dies zeigt, wie weit Corona schon in der urbanen Bevölkerung verbreitet ist.

Ein Partnerwerk von Provide in Nepal will Sauerstoffgeräte, Sauerstoffsättigungsmessgeräte und Schutzkleidung für ihre Krankenhäuser einkaufen, da sie in den kommenden Wochen in den entlegenen Gebieten Nepals mit einer ähnlichen Corona-Situation wie in den Großstädten und in Indien rechnen. Hier wollen sie vorbereitet sein. Das Herzensanliegen sei es, so viele Menschen wie möglich mit den machbaren Sauerstofftherapien zu versorgen und zu retten. Ein lokaler Mitarbeiter schreibt: „Unsere Möglichkeiten im Kampf gegen Covid-19 sind hier sowieso sehr beschränkt. Aber wenn wir zumindest alles für uns Mögliche tun, und Sauerstofftherapie ist mit dem richtigen medizinischen Geräten hier möglich, kann ich nachts wenigstens wieder schlafen.“

Weiter haben Tagelöhner in der Coronazeit kaum eine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Viele Familien können wegen schlechter Bezahlung ihrer Arbeit keine Rücklagen aufbauen. Da die Preise fast aller Lebensmittel in die Höhe schnellten, reicht vielen Menschen das Geld nicht aus, um nur die notwendigsten Lebensmittel einzukaufen. Das belastet schwer und jeder Dorfbewohner hofft und betet zu den Göttern, nicht krank zu werden. Denn die Kosten einer medizinischen Behandlung muss jeder selber tragen und dieses Geld können die Bewohner nicht aufbringen. Hunger und Verzweiflung wachsen ins Unermessliche.

Gerne möchten wir als PROVIDE helfen, die Krankenhäuser unserer Partnerorganisation mit dem Notwendigsten auszustatten.

  • Ein Sauerstoffgerät kostet ca. 800-1000 Euro.
  • Ein Sauerstoffsättigungsmessgeräte kostet ca. 20 Euro.
  • Ein Satz Schutzkleidung ca. 20 Euro.

Weiter möchten wir diesen Menschen kostenlose, medizinische Behandlung und psychologische Unterstützung ermöglichen. Da, wo die Not durch die Corona-Situation groß ist, wollen wir durch unsere Partner vor Ort unterstützen und ganz praktisch helfen. Desweiteren investieren wir in Menschen, die durch die Coronakrise wirtschaftlich in schwere Nöte geraten sind und ihren Lebensunterhalt nicht mehr finanzieren können. Diese Art der Unterstützung kann ganz unterschiedlich aussehen und wird vor Ort nach Bedarf entschieden.

Sind Sie mit dabei? Mit Ihrer Spende helfen Sie direkt vor Ort. Nennen Sie in der Überweisung den Verwendungszweck P4503 Nothilfe Corona. Vielen herzlichen DANK!

Warum sollte man das Projekt unterstützen?

Provide ist eine gemeinnützige Organisation, die sich ausschließlich durch Spenden finanziert. Alle Partnerorganisationen in den jeweiligen Einsatzländern arbeiten ebenfalls gemeinnützig, finanzieren sich teilweise durch Spenden und können dadurch unter anderem den Menschen helfen, die sonst keine Möglichkeit haben, diese Form von Hilfe zu bekommen. Provide unterstützt Projekte, bei denen entsandte Providemitarbeiter vor Ort sind. Dadurch ist sichergestellt, dass das Geld direkt beim Menschen ankommt.